Religion & Ethik

Katholische und evangelische Religionslehre


Herzlich willkommen auf der Seite der Fachschaften Evangelische und Katholische Religionslehre!


Der Religionsunterricht versteht sich grundsätzlich nicht als missionarisch, sondern als diakonisch, also als Dienst an unseren Schülerinnen und Schülern. Gerade im Blick auf junge Lernende kann Ökumene so einfach sein. Diese caritative und diakonische Spiritualität soll im Laufe der Schulzeit immer mehr unsere Schülerinnen und Schüler prägen.


Als Religionslehrkräfte wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Schulseelsorge von der 5. Klasse bis zum Abitur begleiten. Zudem soll der Religionsunterricht am Gymnasium Tutzing ihnen nicht nur religiöses Wissen vermitteln, sondern auch zeigen, dass es sich lohnt, ein Leben im christlichen Glauben zu führen.


Bestärkt werden soll dies auch durch zahlreiche religiöse Veranstaltungen, die wir über das Schuljahr hinweg anbieten. Dazu gehören beispielsweise die Gottesdienste in St. Josef und die Tage der Orientierung, die im Kloster Benediktbeuern stattfinden.


Christlicher Glaube zeigt sich für uns auch ganz konkret im Einsatz für andere Menschen. So unterstützen wir seit drei Jahren unser Patenkind Celine Aguene in Togo. In unseren Gottesdiensten berichten wir von ihr, zeigen Fotos und lesen Briefe vor, die sie uns schreibt. Durch die Kollekten ermöglichen wir Celine, dauerhaft die Schule zu besuchen. Auf diese Weise wird für unsere Schülerinnen und Schüler erfahrbar, wie christliche Nächstenliebe und diakonisches Handeln ganz praktisch Gestalt annehmen.


Zudem blicken wir immer wieder über den eigenen Tellerrand hinaus: Mit den 7. Klassen besuchen wir die Moschee in Penzberg, mit den 9. Klassen unternehmen wir eine Fahrt zur neuen Hauptsynagoge Ohel Jakob in München. So lernen unsere Schülerinnen und Schüler die vielfältigen Ausdrucksformen anderer Religionen, insbesondere des Judentums und des Islams, kennen. Zugleich fördern wir das Verständnis für Menschen anderer Konfessionen, Religionen und Kulturen.

Philosophie/Ethik


„Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ – Immanuel Kants berühmter Wahlspruch der Aufklärung bringt auf den Punkt, worum es uns im Fach Philosophie/Ethik am Gymnasium Tutzing geht: junge Menschen auf ihrem Weg zur Mündigkeit zu begleiten.


Dabei beschäftigen wir uns mit den großen Fragen der Philosophie, die Kant so formulierte:

  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?

Diese Fragen begleiten uns von der 5. Klasse bis zum Abitur und spiegeln sich in den vier Themenbereichen des Ethikunterrichts wider, die sich durch alle Jahrgangsstufen ziehen: Menschsein, Zusammenleben, Religion und Kultur sowie die moderne Welt. Dabei geht es nicht darum, fertige Antworten vorzugeben, sondern unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, eigene Überzeugungen kritisch zu prüfen und begründet Stellung zu beziehen.


Der Ethikunterricht steht allen Schülerinnen und Schülern offen, unabhängig von ihrer religiösen oder weltanschaulichen Orientierung. Er vermittelt die Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft und berücksichtigt unser abendländisches Erbe ebenso wie Sichtweisen jenseits des eigenen kulturellen Horizonts. Ethik und Religionsunterricht verstehen wir am Gymnasium Tutzing dabei nicht als Konkurrenz, sondern als sich ergänzende Zugänge zu grundlegenden Lebensfragen.


Insbesondere in der Oberstufe nimmt die Philosophie breiten Raum ein: Von der griechisch-römischen Antike bis zur Gegenwart setzen wir uns mit den Ideen von Philosophinnen und Philosophen aus aller Welt auseinander, um den Horizont zu erweitern und den eigenen Standpunkt zu schärfen.


Daneben beschäftigen wir uns insbesondere in der Unter- und Mittelstufe mit den verschiedenen Religionen und in den Bereichsethiken mit lebensnahen Fragen und aktuellen Herausforderungen, etwa aus der politischen, Medien-, Friedens-, Umwelt-, Wirtschafts- oder Medizinethik.


Methodisch ist unser Unterricht dabei vielfältig: Diskussionen, Debatten, Planspiele, Rollenspiele und kreative Projekte gehören ebenso dazu wie die anspruchsvolle Arbeit mit philosophischen Originaltexten.


Die Kerninhalte der Philosophie und der Ethik begegnen uns nicht nur im Klassenzimmer, sondern überall im Alltag. Gemeinsam mit den Religionsfachschaften besuchen wir deshalb auch die Moschee in Penzberg, die Hauptsynagoge in München und das Organtransplantationszentrum des LMU-Klinikums München. Je nach Möglichkeit ergänzen weitere Unterrichtsgänge, beispielsweise zur KZ-Gedenkstätte Dachau oder zum Bioladen Tutzing, unseren Unterricht.


Die Herausforderungen einer sich immer schneller wandelnden, komplexen Welt unterstreichen die Bedeutung unseres Ziels, unsere Schülerinnen und Schüler zu befähigen, eigenständig zu denken, anderen mit Offenheit und Respekt zu begegnen und Verantwortung für sich und ihre Mitwelt zu übernehmen.


Im Schulalltag bleibt dies freilich eine Gratwanderung, die Immanuel Kant zu folgender Frage veranlasst hat: „Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange?“.


Die Antwort lautet: mit Ethikunterricht (Disclaimer: nicht nur mit Kant!). :-)