Rückblick: "Jetzt wird's extrem!" - Projekttage zur politischen Bildung
Zum Ende des letzten Schuljahres standen zwei Projekttage am Gymnasium Tutzing ganz im Zeichen der politischen Bildung. Unter dem Motto "Jetzt wird’s extrem" beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen mit unterschiedlichen Fragen rund um Demokratie, Extremismus, gesellschaftliches Zusammenleben und politische Mitgestaltung 💪. Auch der Starnberger Merkur berichtete (Link).
Organisiert wurden die Projekttage von einem an Politik und Gesellschaft angebundenen P-Seminar der 11. Jahrgangsstufe unter der Leitung von Christian Clement und Stefan Flierl. In Workshops, Gesprächen und Begegnungen konnten sich die Schülerinnen und Schüler aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Themenfeld Flucht und Migration. Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe trafen Bewohnerinnen und Bewohner sowie ehemalige Bewohner des Benedictushofes in Tutzing und kamen mit ihnen über Fluchterfahrungen, das Ankommen in Deutschland und die Herausforderungen eines Lebens in einer neuen Gesellschaft ins Gespräch. Unterstützt wurde die Begegnung unter anderem von der Integrationslotsin des Landkreises sowie vom Ökumenischen Unterstützerkreis.

Die 8. Klassen beschäftigten sich mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus und gingen der Frage nach, was Zivilcourage in der Gegenwart bedeuten kann. Nach einer Vorführung des Dokumentarfilms „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ über den Pfarrer Korbinian Aigner kamen sie mit Regisseur Walter Steffen ins Gespräch und drehten am zweiten Tag Kurzfilme zum Thema Zivilcourage im Schulalltag.
Einen besonderen Einblick erhielten die Schülerinnen und Schüler der 10. und 12. Jahrgangsstufe. Eine junge Frau, die die rechtsextreme Szene verlassen hat, berichtete von ihren persönlichen Erfahrungen und ihrem Ausstieg. Das Gespräch wurde von der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus begleitet. Im Mittelpunkt standen dabei auch die Fragen, wie extremistische Ideologien entstehen und wie demokratische Werte geschützt werden können.
Auch die Möglichkeiten politischer Beteiligung vor Ort spielten eine Rolle. Gemeinsam mit dem Tutzinger Jugendbeirat entwickelten Neuntklässler Ideen für Tutzing. Dabei setzte sich der Vorschlag eines Open-Air-Kinos durch, der vom Jugendbeirat weiterverfolgt werden soll. Im Austausch mit Vertreterinnen der Kommunal- und Landespolitik erhielten die Jugendlichen zudem Einblicke in politische Entscheidungsprozesse.
Die Projekttage haben gezeigt, wie vielfältig politische Bildung sein kann: durch Information und Diskussion, aber vor allem auch durch persönliche Begegnungen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven. Ein großes Dankeschön gilt allen lokalen und externen Projektpartnern, die das Programm möglich gemacht haben.






